Diese Kurzfassung in einfacher Sprache eignet sich besonders für Schüler und Sprachlernende. Inhalte wurden gestrafft und auf wissenschaftliche Referenzen wird verzichtet. Der umfassende Kontext erschließt sich in der Vollversion in Standardsprache →
Dieses Verzeichnis listet alle verfügbaren Dokumente auf, aufgeteilt in Zeichnungen, Skizzen, Dokumentationen, Fachliteratur und Formulare.
Bauen im Kreislauf: Kein Abfall, kein Verschwendung
Das Ziel ist einfach: Ein Gebäude soll kein Müllproduzent sein. Jedes Bauteil – vom Holzbalken bis zur Innenwand – wird so ausgewählt, dass man es später wieder verwenden kann. Das nennt man „Cradle to Cradle“ (vom Ursprung zum Ursprung): Wenn ein Gebäude irgendwann abgerissen wird, werden seine Teile nicht weggeworfen, sondern in neuen Gebäuden weitergenutzt.
„Der Abbau muss schon beim Aufbau mitgedacht werden, um Abfall und Probleme beim Abriss zu vermeiden. Wir führen eine laufend aktualisierte Datenbank mit allen Gebäudedaten, die künftigen Eigentümern zur Verfügung steht.“
Diese sieben Prinzipien sind sortiert von fest (keine Wiederverwendung, kein Recycling) bis flexibel (alle Elemente können wiederverwendet oder recycelt werden):
| Prinzip | Verbindungstyp | Beschreibung |
| I (fest) | Direkte chemische Verbindung | Zwei Elemente sind dauerhaft fixiert (keine Wiederverwendung, kein Recycling). |
| II | Direkte Verbindung zwischen zwei vorgefertigten Komponenten | Zwei Elemente sind bei Montage/Demontage voneinander abhängig (keine Wiederverwendung der Komponenten). |
| III | Indirekte Verbindung mit drittem chemischem Material | Zwei Elemente sind dauerhaft durch ein drittes Material verbunden (keine Wiederverwendung, kein Recycling). |
| IV | Direkte Verbindungen mit zusätzlichen Befestigungsmitteln | Zwei Elemente sind mit einem austauschbaren Zubehörteil verbunden. Wenn ein Element entfernt werden muss, muss die gesamte Verbindung demontiert werden. |
| V | Indirekte Verbindung über abhängige dritte Komponente | Zwei Elemente/Komponenten sind durch ein drittes Element getrennt, weisen jedoch eine Abhängigkeit bei der Montage auf (Wiederverwendung ist eingeschränkt). |
| VI | Indirekte Verbindung über unabhängige dritte Komponente | Es besteht eine Abhängigkeit bei Montage/Demontage, aber alle Elemente könnten wiederverwendet oder recycelt werden. |
| VII (flexibel) | Indirekte Verbindung mit zusätzlichem Befestigungsmittel | Beim Austausch eines Elements bleibt das andere unberührt. Alle Elemente können wiederverwendet oder recycelt werden. |
Alle Bauteile folgen einem gemeinsamen Maßraster. So können Teile später einfach ausgetauscht oder anders verwendet werden. Das Gebäude ist kein starres Produkt, sondern ein System, das sich weiterentwickeln kann.
Auch beim Material wird bewusst gedacht: Ansgar Halbfas schaut sich an, welche Materialien in der Region eigentlich entsorgt werden würden – und verwendet diese stattdessen beim Bau. Eine Erfahrung dabei:
„Man kommt weiter, wenn man direkt mit den Leuten vor Ort spricht, die das Material in der Hand haben – nicht mit der Verwaltung.”
Ausprobieren statt nur Planen
Um sicherzugehen, dass neue Materialien und Ideen wirklich funktionieren, werden Modelle und Prototypen gebaut und getestet. Das Haus der Wissenschaften lädt Startups und Forschungsgruppen ein, ihre Produkte und Materialien direkt am Gebäude zu erproben:
„Wir tauschen gerne ein vorhandenes Bauteil gegen ihr Forschungsmodul aus und vergleichen die Leistung direkt vor Ort. Wir teilen alle relevanten Messdaten – vor, während und nach dem Test.“
Das Bauprojekt ist außerdem ein Lernort: Wer mitmacht, lernt echtes Handwerk, tauscht sich mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen aus, und das erworbene Wissen bleibt erhalten.
Die Gestaltung der Innenräume berücksichtigt das Wohlbefinden der Menschen: Pflanzen, natürliche Materialien und Tageslicht sind bewusst eingeplant.
Schichten der Zeit: Was sich schnell ändert – und was bleibt
Ein Gebäude verändert sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Dieses Prinzip heißt „Pace Layering“ (Zeitschichten). Die Idee dahinter: Wer ein Gebäude so baut, dass schnell veränderliche Teile nicht fest mit langsam veränderlichen Teilen verbunden sind, macht es viel anpassungsfähiger.
Die sechs Schichten von innen nach außen ↙︎︎
- Standort (Grundstück): Die geografische Lage und das Grundstück. Das bleibt über viele Generationen gleich.
- Tragwerk: Das Fundament und die tragenden Wände oder Stützen. Sie halten das Gebäude zusammen und lassen sich kaum verändern. Lebensdauer: 30 bis über 300 Jahre.
- Gebäudehülle: Die Außenwände und Fassade. Sie werden etwa alle 20 Jahre erneuert – wegen neuer Technik, Wärmedämmung oder verändertem Aussehen.
- Haustechnik: Heizung, Lüftung, Strom, Wasser, Aufzüge. Diese Teile müssen alle 7 bis 15 Jahre erneuert oder ersetzt werden. Viele Gebäude werden vorzeitig abgerissen, weil die Technik zu fest eingebaut ist, um sie einfach zu tauschen.
- Raumaufteilung: Welche Wände stehen wo? Welche Räume gibt es? In Büros kann sich das alle paar Jahre ändern, in Wohnhäusern seltener.
- Einrichtung: Möbel, Lampen, Küchengeräte – alles, was täglich oder monatlich bewegt oder verändert wird.
Was die Planungsunterlagen enthalten
Die Dokumente zum Haus der Wissenschaften umfassen ein 4D-Modell mit aktuellem und geplantem Baustand, Zeichnungen zu verschiedenen Themen sowie Grundrisse und Schnitte.
Zeichnungen ↙︎︎
Skizzen ↙︎︎
Dokumentation ↙︎︎
Literatur ↙︎︎
- Mit BIM komplette Baumstämme tragend verbauen, PDF
- Kleine Kunstgeschichte des Deutschen Fachwerkbaus, PDF
- Arbeitsbasiertes Lernen in Kalifornien, PDF
- Mood for Wood in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn
- Open Structures Raster/Handbuch, PDF · 4.3
- Cradle-to-cradle Standards, Leitlinien und Methoden, PDF · 2024
- Bauregellisten A, B und C, PDF · 2015
- Technische Baubestimmungen, PDF · 2025
„Günstig bauen darf nicht bedeuten, billig zu bauen: Unsere Strategie der radikalen Ökonomie investiert das Budget nicht in Standardkatalogware, sondern in intelligente, zirkuläre Lösungen und wiedergewonnene Materialien.“
— Ansgar Halbfas, 2023
Ein kleines Budget zwingt dazu, kreativ zu sein: Wenig Mittel, große Wirkung.
Wissen teilen: Was andere davon haben
Dieses Archiv ist kein verschlossenes Projektordner – es ist ein offenes Buch. Alles Gelernte, vom deutschen Baurecht bis zur cleveren Planung auf engem Raum, steckt hier drin. Wer nachhaltig bauen will, ohne unnötig viel Geld zu verlieren, kann von diesen Erfahrungen profitieren ↗︎

Wie das Gebäude aufgeteilt ist
Kellergeschoss und Erdgeschoss (Ebene A): Ein vielseitig nutzbarer Raum im Untergeschoss, geeignet für digitale Präsentationen und Gastronomie. Im Erdgeschoss gibt es einen offenen Servicebereich für Begegnungen sowie eine Werkstatt für Fahrradreparaturen und technische Projekte.
Gemeinschaftsbereiche (Ebene B): Hier liegt die Gemeinschaftsküche mit Essbereich – gedacht für professionelles Kochen und den Austausch über Kulturgrenzen hinweg.
Wohnbereiche (Ebene C): Die oberen Etagen bieten private Rückzugsräume zum konzentrierten Arbeiten und Erholen.
Gebäudekern: Ein vertikaler Garten – ein ruhiger Ort zum Nachdenken und für Pflanzen.
Das Grundprinzip
Unten sind die Bereiche, die viel Energie und Technik brauchen (Werkstatt, Hauswirtschaft). Oben sind die stillen, privaten Wohnräume. So können Gemeinschaft und Rückzug gut nebeneinander existieren.